Schwangerschaft begann mit Angst und Sorgen, aber Frankreich ließ alles vergessen

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Frankreichurlaub ein paar Tage vor dem Befund

Um für mich erst einmal eine kleine Sortierung zu bekommen, möchte ich mit dem Fortlaufen der Schwangerschaft weiter machen…Ich habe Anfang Juni wohl 7 Schwangerschaftstests gemacht und erst, nachdem ich beim Frauenarzt so lange genervt hatte, dass ich einen Termin bekam, er  mir die Schwangerschaft bestätigt hat, dem Glauben geschenkt und mich gefreut. Gleichzeitig wuchs die Angst, dass Kerlchen gleich wieder zu verlieren. Ich achtete penibel auf Listeriengefahr sowie Toxoplasmose, was mich selbst schon ganz kirre machte, von meinem Partner mal ganz abgesehen, der kein Messer mehr rumliegen lassen durfte, mit dem er Salami schnitt. Von nun an musste ich auf meinen Harzer Käse verzichten und den ach so geliebten Goudakäserand. Meine Ernährung empfand ich noch als nicht ausgegoren und machte mir Sorgen um die Entwicklung. Es viel mir nach wie vor schwer, aber ich brachte immer wieder neue Lebensmittel in meinen Essensplan mit ein. Weiterhin war ich durch Arbeit sehr gestresst. Der Psychiatriealltag ist nicht ohne. Angehörige, Ärzte, Oberärzte, Psychologen, Schwesternpersonal, Patienten, Behörden…Als Sozialdienst bist du für jeden Ansprechpartner und erfüllst Aufgaben. Pausen gibt es selten. Zudem wusste ich, dass meine Schwangerschaft nicht gern gesehen ist, und somit versuchte ich irgendwie durch die erste Zeit zukommen. Der Sommer war warm, sehr warm. Neben der änfanglichen Übelkeit hatte ich mehrmals Fieber und bin selbst einmal beim Arzt umgefallen. Das war zwischen der 5-7 Schwangerschaftswoche. In dieser Zeit entwickelt sich beim Embryo das Gesicht, also die Gesichtshhälften wachsen zusammen, Mund Kiefer. Der Gaumen schließt sich etwa um die 12. Schwangerschaftswoche. LKGS können eine Laune der Natur sein, oder aber sind genetisch vererbt. Fakt ist, dass es mehrere Faktoren geben muss, die dazu führen, nie einen einzelnen. Gründe wie die Genetik, Mangelernährung, Streß, Fieber, Infekte werden genannt, aber man kann sie nie genau bestimmen. Rückblickend hatte ich versucht, die Ursache zu finden, ob sie in dieser Zeit bei mir lag. Aber ob es mir damit besser gegangen wäre?

Irgendwann waren die „gefährlichen“ ersten drei Monate rum. Ich teilte meinen Arbeitgeber meine Schwangerschaft mit und wie erwartet, wurde diese nicht begrüßt, sondern mir sogar noch Berechnung vorgeworfen. Ich drängte meinen Arzt auf ein Beschäftigungsverbot, da ich kurz vorher auch einem Angriff eines Patienten ausgesetzt war und sah meinen Arbeitsplatz nicht als sicher. Dieses bekam ich dann auch und habe bis heute nichts von Kollegen gehört, kein „Wie geht es dir?“ oder „Herzlichen Glückwunsch“. Anfänglich hatte mich das sehr gekränkt, aber das verlief sich mit der Zeit. Dann kam unser Frankreichurlaub. Ich war mittlerweile im 5. Monat und noch kein Bauch zu sehen. Skurril. Ich muss dazu sagen, dass ich sehr sportlich bin. Frankreich war herrlich. Mein Partner und ich genossen die Zweisamkeit wie nie zuvor, möchte ich meinen. Und vom Land und Leuten mal ganz abgesehen…Wir überlegten uns Namen und waren wirklich glücklich. Deshalb werden hier auch immer wieder mal Bilder von diesem tollen Urlaub auftauchen. Ich wurde in ihm 31 Jahre alt. Kaum eine Woche später hatten wir den Termin bei der Feindiagnostik, am 29. September 2015. Wir waren so gespannt, welches Geschlecht unser Kerlchen haben wird, dass wir nie an was anderes gedacht hätten…

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