Wochenendausflug

Wir haben unseren ersten Wochenendausflug mit unserem Sohn außerhalb unseres Bundeslandes gemacht. Das ist nicht besonders schwer, wenn man im Dreiländereck von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen lebt. Wir haben unserem Bundesland also den Rücken gekehrt und das für drei Tage und zwei Nächte. Ich habe mit meinem Sohn seit seiner Geburt (abgesehen vom Klinikaufenthalt bei der OP) noch nie woanders übernachtet, mein Partner mehrfach alleine schon.

Es war schön, mal unser Grundstück zu verlassen, eine neue Gegend kennenzulernen. Ich fuhr mit unserem kleinen Mann mit Zug (aufgrund seiner Behinderung darf er kostenfrei öffentliche Verkehrsmittel nutzen sowie ich als seine Begleitperson), da er seit geraumer Zeit nicht lange im Auto zurecht kommt und sich böse in Rage schreit. Mein Partner kam mit Auto und den ganzen Sachen hinterher. Unglaublich. Allein die Utensilien für das Milchabpumpen haben viel Platz eingenommen. Statt zu Hause wegen der Milchpumpe und seiner Besonderheit eingeschränkt zu sein, waren wir es nun einfach woanders. Aber ich habe es genossen.

Dennoch musste ich feststellen, dass die Milchpumpe meinen, unseren Alltag strukturiert, bestimmt. Unser Sohn ernährt sich ausschließlich über die Muttermilch. Sicherlich versuchen wir hin und wieder etwas Fingerfood oder Brei. Aber entweder hat es einfach noch nicht so sein Interesse geweckt, oder aber er hat aufgrund seiner LKGS und/oder der Gaumenplatte Probleme bei dieser Art Nahrungsaufnahme. Jedenfalls können wir es zu dieser noch nicht zählen. Also ist  es wichtig, dass ich mindestens 6x am Tag abpumpe, um den großen Hunger unseres kleinen Mannes zu stillen. Zunächst war mir bissl mulmig, da er viel trank und wir ja keine Reserven im Kühlschrank oder Gefrierschrank hatten (wie zu Hause), aber es hat alles gut geklappt. Szenarien, was ist, wenn mir im Zug die Milch beim Flaschenwechsel runterfällt und ich ohne Milch dastehe, bin ich öfters durchgegangen – wollte mich dann aber auch mal von diesen Gedanken lösen.

Am Freitag, wo wir ankamen, war erstmal alles neu für unseren Sohn und schließlich hatte er auch seine erste Zugfahrt hinter sich. Somit mussten wir zwischen „Fütterung“, Schlafen und Abpumpen wieder sehr jonglieren, so dass wir erst Abends einen kleinen Spaziergang machen konnten – mit der Rücksicht seiner „zu Bett geh – Zeit“ fiel die Runde klein aus. Aber ich bekam einen Einblick der Stadt und der Architektur und mein Partner ein Eis in die Hand.

Am nächsten Tag starteten wir gleich früh, passten die Schlafenszeit unseres Sohnes nach dem Frühstück ab, die er im Tuch verbrachte und jonglierten auch hier wieder zwischen zwei Abpumpzeiten. Wir guckten uns eine Burg an, liefen durch den Wald, an einem Fluss entlang und spazierten ein wenig durch die Stadt mit ihren kleinen Sehenswürdigkeiten. Es war sehr idyllisch und fühlte sich tatsächlich wie Urlaub an.

Wenn auch nur kurz…Den restlichen Tag verbrachten wir dann in der Ferienwohnung. Zum einen war es äußerst heiß draußen, über 35 Grad Celsius. Nicht optimal mit einem Baby die Stadt zu erkunden oder wandern zu gehen. Zum anderen hat es auch einfach nicht mehr gepasst hinsichtlich seiner Wach-/Schlafphasen, seiner Nahrungsaufnahme, seinem Drang sich zu bewegen (krabbeln, an Möbeln hochziehen etc.) und der geliebten Pumperei. Zum Abend hin konnten wir dann mit etwas Mühe und gutem Ausbalancieren aller Faktoren noch einen kleinen Abstecher zu einer Kirchenruine aus dem 12.Jahrhundert machen. Das war sehr schön. Der Weg zurück in die Ferienwohnung führte uns noch durch kleine Gäschen und unser Sohn hatte viel zu gucken, wurde aber auch schon sehr quengelig, da er müde war. Der Abend, bis er endlich zur Ruhe kam, zog sich ungewöhnlich lang, aber irgendwann konnten wir alle schlafen. Der Sonntag bestand dann nur noch aus einem entspannten Frühstück, jonglieren zwischen sauber machen, abpumpen und den Zug erwischen.

Ich bin froh, dass wir diesen Versuch gestartet haben. War es doch einfach einmal eine andere Kullisse. Und hinsichtlich der Milchpumpe muss ich es nun endlich als gegeben hinnehmen und von allen Seiten annehmen. Dann komme ich auch noch gut durch das letzte halbe Jahr.

Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu “Wochenendausflug

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s