Fortschritte mit 17 Monaten

Unser Sohn wird im August 1 1/2 Jahre alt. Mit der Zeit werde ich immer schreibfauler. Das finde ich sehr schade. Ist es die Routine des Alltags, die mich seine Entwicklung als weniger nennenswert erscheinen lässt? Ist es, dass seine LKGS und deren Ausmaße und Folgen im Vergleich zu den ersten 14 Monaten gerade kaum präsent ist? Oder ist es der Versuch mit mir selbst erst einmal klar zu kommen nach der letzten Herausforderung?

Vermutlich wird es von allem etwas sein.

Unser kleiner Mann war vor drei Wochen zum ersten Mal beim Zahnarzt. Ich war etwas in Sorge, da wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht ernsthaft seine Zähne putzten. Mittlerweile sind es sieben. Vier Zähne unten und drei oben. Zwar führte ich einst meinen Sohn an das Zähne putzen heran und er hatte seine Freude mit der elektrischen Zahnbürste. Aber das lief nur sporadisch und beinhaltete kein Bürsten seiner Milchzähne. Er lief mit der Zahnbürste im Mund durchs Haus und katschte auf ihr herum. Nach seinen Operationen und der Quälerei mit der Gaumenplatte wollte ich behutsam mit seinem Mundgefühl umgehen und ihn nicht erneut überfordern, ihm gar das Zähne putzen als Qual auferlegen oder mit Zwang besetzen. Schließlich sind nach wie vor seine Traumatisierungen zu berücksichtigen.

Beim Zahnarzt ließ sich unser kleiner Mann problemlos in den Mund schauen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie unbefangen er mit Ärzten trotz seiner Erfahrungen umgeht. Seine Zähne sehen gut aus.

Spaltkinder haben oft durch ihre Beeinträchtigung keinen gesunden Zahnschmelz, was die Zähne sehr anfällig macht. Das habe ich stets im Hinterkopf. Ich würde meinem Sohn gern zumindest unangenehme Zahnarztbesuche ersparen, wenn es möglich ist und durch das regelmäßige Zähne putzen beeinflusst werden kann. Nach einem Gespräch mit dem Zahnarzt, welcher sich mit Spaltkindern natürlich weniger auskennt und mich auch aufs Spaltzentrum verwiesen hat, habe ich zu Hause das Zähne putzen am Abend mit einer Kinderhandzahnbürste und geeigneter Zahncreme eingeführt. Es klappt mal gut, mal weniger gut. Aber es beruhigt, dass unser kleiner Mann die Zahnbürste in seinem Mund toleriert und je nach Tagesstimmung auch damit zurecht kommt, wenn ich seine Zähne ein wenig bürste. Ich versuche ihn auch immer erst einmal selbst machen zu lassen und das ganze Geschehen positiv zu besetzen.

Ich habe mich zudem um einen vorzeitigen Kontrolltermin im Spaltzentrum gekümmert. Im September werden wir uns nach langer Unterbrechung auf den Weg ins Spaltzentrum machen. Eigentlich wäre dieser erst, wenn unser Sohn zwei Jahre alt ist. Da mir jedoch sein Fehlbiss aufgefallen ist, möchte ich, dass die Fachleute ihn anschauen.

Des Weiteren war in diesem Monat die Sprachentwicklung unseres Sohnes auffallend und hat uns mit Freude erfüllt. Silben bildet er bereits eine geraume Zeit, machte zwischendurch aber diesbezüglich Pausen in seiner Entwicklung.

Später begann er Tierlaute nachzuahmen. Das „mäh“ des Schafes oder das „miau“ der Katze gelingt ihm gut, ebenso das Geräusch des Pferdes. Mittlerweile versucht er sich im „wau wau“ des Hundes, welches wohl nur ich als Mama als solches wahrnehme. Und auch die Laute von Hühnern versucht er zu immitieren.

Was mich vor einer Woche erstaunte und sehr freute, war, dass ich meinen Sohn früh morgens auf dem Arm hatte und das Frühstück vorbereitete. Ich sprach davon, dass ich noch Milch (für den Kaffee) holen muss und plötzlich versuchte er das Wort Milch nach zusprechen. Ich war hin und weg und dachte beinahe, mir das eingebildet zu haben. Seine Sprachentwicklung ist nunmal durch seine LKGS vorerst unter einem weniger guten Stern. Bisher alles als normal verlaufend zu sehen, beruhigt.

Zudem ist es sehr bezeichnend, nach unserem ersten Jahr und den Dramen mit der Milchpumpe und der nicht vorhandenen Stillbeziehung, dass sein erstes Wort Milch ist.

Natürlich sagt er schon eine Weile „Mama“. Am Anfang war es nur die aneinander Reihung der Silben. Aber immer wieder ist hinsichtlich dessen erkennbar, dass er mich oder seinen Papa mit dieser Äußerung meint. Das ist sehr süß. Dennoch ist der Versuch des Nachsprechens des Wortes Milch sehr prägnant gewesen. Er versucht es bei diesem Wort immer wieder. Ich freue mich auf weitere Entwicklungsschritte, insbesondere derzeit auf der sprachlichen Ebene.

Das Sprachverständnis unseres Sohnes hat sich in den letzten Wochen ebenso um ein vielfaches gesteigert und macht sich im Alltag sehr bemerkbar. Er reagiert so gut auf das, was ich ihm sage. Es macht sehr viel Spaß, diese schönen Dinge nun mit ihm erleben zu dürfen und zu sehen, wie „normal“ er sich trotz/neben seiner Beeinträchtigung entwickelt.

 

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4 Gedanken zu “Fortschritte mit 17 Monaten

  1. Es ist interessant zu lesen, wie es bei eurem Sohn mit der Sprachentwicklung läuft. Unserer ist nun 14 Monate alt. Er wird erst mit 15 Monaten die Gaumen-Op haben 😦 Man merkt, dass er versucht, Sprache nachzuahmen, aber viele Laute kann er ja gar nicht bilden. Also ich bin gespannt, wie es nach der OP weitergehen wird. Aufgrund seines Alters machen wir uns schon Sorgen. Wir hoffen, dass die OP wie geplant durchgeführt werden kann und nichts dazwischen kommt.
    Viele Grüße!

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    1. Ja,das glaube ich dir. Die OP-Konzepte sind so unterschiedlich. Ein später Gaumenverschluss wirkt sich positiver auf das Kieferwachstum aus,jedoch negativer auf die Sprachentwicklung. In welchem Alter jedoch beides am wenigsten beeinträchtigt ist, weiß wohl niemand und wird bei jedem Kind verschieden sein. Ich wünsche euch viel Kraft für die anstehende OP. Es ist ein großer Eingriff für die kleinen Menschen. Alles Liebe!

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