eingefrorene Muttermilch

Seit der Geburt unseres Sohnes pumpe ich mit der elektrischen Milchpumpe Muttermilch ab, da er aufgrund seiner Lippen-Kiefer-Gaumenspalte kein Vakuum in seinem Mund aufbauen und saugen kann, um an meiner Brust zu trinken. Ich informierte mich darüber bereits in der Schwangerschaft und hatte in den letzten Monaten viele Kämpfe diesbezüglich zu führen. Da mein Körper von Anfang an viel Milch produzierte und ich zunächst nicht dachte, so lange den Umgang mit der Milchpumpe auszuhalten, fror ich die Muttermilch ein, welche mein Sohn nicht verbrauchen konnte. Die ersten Monate versorgte ich mit der eingefrorenen Muttermilch zwei weitere Babys im Freundeskreis, welche Mütter weniger ausreichend Milch zur Verfügung hatten. Ich war sehr froh darüber, ihnen helfen zu können und dankbar, die Milch so zu nutzen. Ein Baby trank diese Milch 7 Monate, das andere, glaube ich, 4 Monate. Sie holten die eingefrorenen Pakete regelmäßig ab. Später fror ich dann selbst für meinen Sohn ein, da ich mir sicher war, nach der Wundheilung der Gaumen-OP endgültig abzustillen und dann meinen Sohn ausschließlich mit der eingefrorenen Muttermilch zu versorgen.

Da sich zu diesem Zeitpunkt aber erkennbar machte, dass mein kleiner Mann noch große Probleme mit der Nahrungsaufnahme unabhängig der Milch hatte, pumpte ich weiter fleißig und ausreichend für ihn. Das war zumindest ein Weg, wie ich ihm helfen konnte. Er liebte seine Milchflasche und ich wusste, er war gut versorgt.

Mit etwa 15 Monaten konnte er endlich alles essen, was er mochte und ich begann die Rhythmen der Pumperei zu vergrößern und mich auch emotional schrittweise von der Milchpumpe zu lösen.

Bei drei Pumprhythmen am Tag hatte ich immer noch ausreichend Milch für meinen Sohn neben der uns ähnlichen Nahrungsaufnahme durch Lebensmittel, welche wir zu uns nahmen.

Seit gut einem Monat pumpe ich nun nur noch früh & abends und meine Milchproduktion ist deutlich runter gefahren.

Jetzt bin ich dazu übergegangen, die eingefrorene Muttermilch regelmäßig aufzutauen und meinem Sohn anzubieten. Meine abgepumpte Milch ist nicht mehr ausreichend. Unser kleiner Mann mag seine Flasche nach wie vor in speziellen Situationen, auch wenn das Bedürfnis nach ihr deutlich abgenommen hat. Aber sei es zum Einschlafen -mittags wie am Abend-, im Auto, in Stresssituationen zur Beruhigung oder nachts, unser Sohn katscht an seiner Flasche, dem Spezialsauger, und trinkt seine Muttermilch.

Auch wenn die eingefrorene Muttermilch meist älter als 6 Monate ist -derzeit trinkt er welche von Dezember 2016- und somit nicht mehr auf den Fettgehalt abgestimmt ist, die er benötigt, ist es doch von den weiteren Inhaltsstoffen eine nahrhafte Quelle. Ich finde es schön, ihm das in Kombination mit der noch abgepumpten Muttermilch bieten zu können. Alles weitere bezieht er ja so oder so über die Nahrung.

Erstaunlich, wie robust Muttermilch ist. Wie beschrieben, halte ich mich nicht ganz an die 6 Monatsfrist der Bekömmlichkeit der eingefrorenen Muttermilch. Ich las auch etwas durch unterschiedliche Quellen von einer 10 Monatsfrist. Die Milch erwärme ich, nachdem ich sie im Kühlschrank auftauen ließ, kurz im Wasserbad und entsorge sie nach 4h, wird sie nicht benötigt. Die aufgetaute Milch im Kühlschrank verbrauche ich innerhalb von 24h. Oft mische ich sie auch gekühlt mit der abgepumpten und erwärme sie gemeinsam. Bisher trinkt unser Sohn die Milch anstandslos, egal auf welche Art. Noch sind 1 1/2 Gefrierschränke mit ihr gefüllt. Unglaublich, wieviel Milch ich hatte. Wann ich das Abpumpen mit der elektrischen Milchpumpe ganz einstelle, weiß ich nicht. Im Vergleich zu den anfänglichen 8x innerhalb eines Tages und einer Nacht sind die jetzigen 2x nicht mehr spürbar und schränken mich und meinen kleinen Mann im Alltag nicht ein.

Die frisch abgepumpte Milch steht nach wie vor 10h bei Zimmertemperatur griffparat, so dass ich meinen Sohn ohne Vorlauf etwas anbieten kann, hat er Bedarf. Nach diesen 10h erst stelle ich sie in den Kühlschrank, wenn er sie nicht getrunken hat und dort kann sie bis zu drei Tagen aufbewahrt werden.

Irgendwann wird das Pumpen natürlich ein Ende haben. Bis dahin ist es weiterhin ein  Bestandteil unserer Verbindung/Beziehung und eine sinnvolle Nahrungsquelle für meinen Sohn.

Werbeanzeigen

3 Gedanken zu “eingefrorene Muttermilch

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s