Ärzte – Phobie?

Eigentlich wollte ich vor ein paar Tagen mit meinem kleinen Mann zu seiner U7 zum Kinderarzt. Die für diesen Zeitpunkt angesetzte Impfung hatte ich bereits aufgrund seiner gerade überstandenen Mittelohrentzündung abgesagt.

Ich bereite meinen Sohn immer schon zu Hause darauf vor, dass wir zum Arzt fahren. Als wir bei der Praxis ankamen war er noch recht entspannt. Dann mussten wir jedoch vor der Tür warten, da wir einige Minuten vor Öffnungsbeginn da waren. Viele Eltern warteten mit ihren Kindern mit uns. Plötzlich fing mein Sohn bitterlich an zu weinen. Ich versuchte ihn zu trösten und sagte ihm, dass der Arzt nur guckt, wie groß und schwer er geworden ist. Er hörte nicht auf zu weinen. Als wir das Wartezimmer betraten und uns anmelden wollten, wurde es immer schlimmer. Ich ging mit ihm um die Ecke, um ihn zu beruhigen. Nichts half…Mein Sohn bekam kaum noch Luft und sagte immer wieder „raus“ und „morgen“. „Morgen“ sagt er oft, wenn er Dinge verschieben möchte und zu dem Zeitpunkt nicht in der Lage ist, etwas von ihm gewünschtes zu tun. Ich ging zur Anmeldung und sagte über die anderen Eltern an der Theke hinweg, dass ich einen neuen Termin brauche und mit meinem Sohn jetzt schnellst möglich die Praxis verlassen möchte.

Dann waren wir draußen. Langsam beruhigte sich mein kleiner Mann.

Als wir neulich bei der HNO – Ärztin aufgrund seiner Mittelohrentzündung waren, spielte mein Sohn anfangs noch im Wartezimmer und auch da kippte plötzlich die Stimmung und er begann bitterlich zu weinen. Dort konnte ich die Praxis nicht verlassen, weil es nötig war, dass die Ärztin sich das Ohr meines Sohnes ansieht. Schluchzend vermittelte er mir immer wieder, dass ich mit ihm aus der Praxis gehen solle. Bei der Untersuchung selbst schrie er fürchterlich. Als sie zu Ende war, weinte er weiter. Erst, als wir die Räume der Ärzte verlassen hatten, konnte sich mein kleiner Mann in meinen Armen beruhigen.

Zuvor hatten wir Ende des letzten Jahres einen Impftermin. Dort erlebte ich dieses Szenario ebenso – jedoch noch verzögert. Anfänglich war alles okay. Jedoch, als der Arzt die Utensilien für die Spritze vorbereitete, begann mein Sohn fürchterlich an zu weinen und kam erst wieder im Auto zur Ruhe.

Erstmals erlebte ich dieses heftige Weinen bei meinem Sohn bei der letzten Untersuchung im Spaltzentrum. Mit allen Händen und Füßen hatte er sich gewehrt, als die Ärtzin in seinen Mund schauen wollte, um den Gaumenverschluss zu kontrollieren.

 

Wir waren im ersten Lebensjahr meines Sohnes und darüber hinaus immer recht froh, dass er Ärzten freundlich gegenüber tritt. Nicht nur aufgrund seiner LKGS, auch durch regelmäßige Kinderarztbesuche, regulär, wegen seiner Neurodermithis oder wegen Erkranknungen sowie seiner permanenten Tachykardie war unser Sohn kontinunierlich von Ärzten umgeben. Die Erfahrungen aufgrund der Operationen und ständigen Behandlungen – beispielsweise der Plattenabdruck – waren natürlich mit den anderen Arztbesuchen nicht zu vergleichen und für so einen kleinen Menschen sicherlich unvorstellbar beängstigend und schmerzhaft. Er war ihnen völlig ausgeliefert und das stest über einen längeren Zeitraum.

Ich hoffe sehr, dass das nur Einzelfälle waren und vielleicht einzig und allein die Tagesstimmung meines Sohnes dazu beitrug. Sollte er jedoch weiterhin bei jedem Arztbesuch, egal welcher Art, sich so fürchterlich fühlen und deshalb weinen, weiß ich gerade noch nicht, wie ich ihn am besten durch die Behandlungen bringe. Sinnvoll wäre: zum Arzt rein, untersuchen und wieder raus… Aber Ärzte sind immer mit Wartezeit verbunden, die zur Steigerung des Unwohlseins führen kann.

Im Februar stehen drei bzw. vier Arztbesuche an: die nachzuholende U7 mit Impfung, ein Zahnarztbesuch sowie die Untersuchungen im Spaltzentrum inklusive HNO und MKG (Mund-Kiefer-Gesichtschirugie).

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