OP Nr. 6, wir sammeln fleißig weiter in der OP-Statistik

Ich habe ein dreiviertel Jahr nicht geschrieben. Ein dreiviertel Jahr voller Ereignisse, persönlicher Dramen und vieler Veränderungen und Höhepunkten.

Sprache

Die Logopädie meines Sohnes musste ich vorzeitig abbrechen. Seine damalige Logopädin stellte trotz der Covid-Pandemie kein Hygiene-Konzept auf. Laut der Kita besitzt unser Sohn einen überdurchschnittlich guten Wortschatz. Das wissen wir. Jedoch hat er nach wie vor Schwierigkeiten bei der T-Ausformung. Wir sind täglich dabei, dass im Alltag mit ihm zu üben, ohne den Fokus auf das Nichtkönnen zu legen. Kleinere Schwierigkeiten der S-Sch-Laute hat er selbst schon gut im Blick. Diesbezüglich bin ich mittlerweile sehr entspannt, weil ich weiß, dass er es hinbekommen wird, wenn die anatomischen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Jedoch muss ich auch zugeben, dass ich vereinzelt Tage habe, wo ich sehr empfindlich auf seine Aussprache reagiere. Sollte sich das mit der Pandemie beruhigen, möchte ich zumindest ein halbes Jahr vor der Einschulung noch einmal logopädische Unterstützung heranziehen. Wir werden uns aber eine neue Vertrauensperson suchen müssen.

Gehör

Die Ohren und ihre Leistung beschäftigen uns seit der Geburt fortwährend. Von Paukenröhrchen zum verminderten Hörvermögen, über Löcher im Trommelfell, Vernarbungen bis hin zur lebensbedrohlichen Knochenentzündung durften wir alles erleben und bewältigen. Letzten Winter beklagte sich wieder die Kita über das schlechte Hörvermögen meines Sohnes. Wir entschieden uns damals gegen ein Hörgerät, da der behandelnde Professor regelmäßig davon sprach, dass die eingesetzten Prothesen bei einer seiner großen OP’s sich anpassen müssen und das Hörvermögen mit der Zeit besser werden würde. So war zumindest der Gedanke hinter allem… Im Winter letzten Jahres sprach alles dagegen… Die Hörtests im Spaltzentrum und bei der ortsansässigen HNO-Ärztin bestätigten dies. Das zog sich bis März diesen Jahres. Im April hatte ich plötzlich im Alltag nicht mehr das Gefühl, dass mein Sohn Schwierigkeiten hat. Ich vereinbarte erneut einen Hörtest im Spaltzentrum. Dieser sah sehr gut aus. Rechts fast normal und das dortige Loch sei auch mittlerweile zugewachsen und das linke Ohr mit der Prothese sei bei etwa 70/80%. Mehr würde mit Prothese auch nicht gehen. Ich war sehr erleichtert und völlig zufrieden. Die Kita merkt nach wie vor Schwerhörigkeit an. Aber ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass mein kleiner Mann gerne mal gedanklich aussteigt, wenn ihm alles zu viel wird und dann auch nur schwer bei Ansprachen reagiert. Das ist okay und soll er für sich nutzen dürfen.

Hinzu kommt, dass beide Trommelfelle nun geschlossen, reizlos und gesund sind und somit mein Sohn mit fünf Jahren zum ersten Mal in der Badewanne untertauchen durfte. Er liebt es… Er genießt es… Und ich freue mich über alles auf diesen ersten Sommer, wo wir beim Wasserspaß nicht mehr aufpassen oder es gar untersagen müssen. Luxus für meinen kleinen Mann und auch für mich als Mama!

Zähne

Im Februar waren wir zur jährlichen Kontrolle der MKG. Die Karies meines Sohnes in der oberen Zahnreihe sowie der Zahn, welcher am Gaumen heraus tritt, da er durch die Kieferspalte sich einen anderen Weg suchen musste, waren Bestandteil der Untersuchung. Man erklärte mir erneut, dass die Karies der Spalte und des schlechteren Zahnschmelzes bedingt sein können. Dennoch glaube ich auch, dass der lange Flaschenkonsum meines Sohnes auch oft noch nach dem Zähneputzen bis zum 5. Geburtstag einen erheblichen Teil dazu beigetragen haben wird. Mit seinem 5. Geburtstag haben wir die Flasche verabschiedet.

Der Zahn, welcher am Gaumen heraus tritt, soll operativ entfernt werden, da sonst eine Entzündung droht.

Laut der ortsansässigen Zahnärztin, welche wir regelmäßig besucht haben, hätte man die Zähne bis zum Zahnwechsel mit kleinen Reparaturarbeiten halten können. Nun bat ich aber im Zusammenhang der operativen Entfernung des Gaumen-Zahnes auch seine kariösen Zähne zu sanieren. Dementsprechend folgt in zwei Wochen OP Nummer 6.

Parallel dazu hatten wir nun auch den ersten Termin bei einem Kieferorthopäden. Dieser sprach von einer Kieferdehnung, diese jedoch ohne stabile Zahnreihe nicht möglich sei. Wir verständigten uns darauf, im August nach der OP noch einmal vorstellig zu werden.

Bei der OP in zwei Wochen werde ich zudem die Kieferproblematik und Behandlung ansprechen und hoffe, einen adäquaten Ansprechpartner zu finden, da es meines Erachtens ratsam wäre, dies in Kombination mit dem Spaltzentrum zu machen. Dieses hatte uns jedoch im Februar an einen ortsansässigen Kieferorthopäden verwiesen.

Immer wieder wird deutlich wie komplex die Beeinträchtigung der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ist. Dass es nicht nur eine spätere kleine Narbe im Gesicht bedeutet… Immer wieder spüre ich, welchen Aufwand es bedeutet, dies alles im Blick zu behalten, Fragen zu stellen und sich ausreichend zu informieren, um die besten Wege für meinen Sohn zu finden.

Ich bin nun wieder schwanger… Nach 6 Jahren und bald 6 OP’s LKGS hoffe ich doch sehr, dass unser zweites Kind diese Beeinträchtigung nicht haben wird. Aber dazu in einem nächsten Blogbeitrag mehr…

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