Auffälliger Befund auch bei der zweiten Schwangerschaft

Eigentlich ist es meine dritte Schwangerschaft. Damals berichtete ich von einem „schwarzen Loch“. Als mein Sohn 1 1/2 Jahre alt war, wurde ich unerwartet wieder schwanger. Wir entschieden uns für einen Abbruch. Nun bin ich auf Wunsch von uns beiden, wenn auch mit einer mühsamen langen Vorgeschichte, erneut schwanger.

Diese Schwangerschaft habe ich von Anfang an ganz anders wahrgenommen als die mit meinem kleinen Mann. Ich war und bin sehr entspannt. Körperlich fordert mich diese jedoch definitiv mehr heraus. Im ersten Trimester konnte ich gefühlt ununterbrochen schlafen, mir war den ganzen Tag und auch in der Nacht übel. Ich hatte stets das Gefühl, nicht genug Luft zu haben und habe gefuttert, was ich in die Finger kriegen konnte, überwiegend kohlenhydratreiches. Allmählich hat sich die völlige Erschöpfung und Kraftlosigkeit zu einer normalen Erschöpfung und Kraftlosigkeit abgeschwächt und zumindest die Übelkeit scheint verschwunden. An emotional aufreibenden Tage spüre ich sie jedoch noch vereinzelt.

Untersuchungen beim Gynäkologen nahm ich dieses Mal in deren vorgegebenen Tempo wahr. Bei meinem Sohn drang ich doch vermehrt auf zusätzliche Untersuchungen. Im Umgang mit der Hygiene bin ich nicht überpenibel, aber einer Schwangerschaft angemessen. Und hinsichtlich Covid versuche ich mit Kontaktreduktion und den AHA-Regeln mich zu schützen. Mein Sohn geht bis mittags in die Kita, um den Mittagsschlaf mit vielen Kindern in einem Raum zu umgehen, aber dennoch ihn in seinen sozialen Bedürfnissen zu unterstützen. Ich fühle mich rundum entspannt und gut mit den Herausforderungen derzeit in der Schwangerschaft zurecht zu kommen.

Hinzu kommt natürlich noch die Aufhebung meiner Vertragsverlängerung durch Bekanntgabe meiner Schwangerschaft bei meinem Arbeitgeber. Seit dem 30.06.21 bin ich somit ohne Arbeitsverhältnis, obwohl dieses mir schriftlich bis zum 31.12.21 zugesagt war. Dies wird nun gerichtlich geklärt. Die erste Verhandlung ist am 21.07.21. Bis zum Urteil wird es aber noch einige Zeit dauern und ich stehe ohne Gehalt dar und muss meine Krankversicherung selbst tragen. Für eine Schwangere natürlich zusätzlich belastend. Aber auch das meistere ich gerade mit einer guten Balance und Ausgeglichenheit.

Nun habe ich mich aufgrund meines Alters, ich werde im September 37 Jahre alt, zusammen mit meinem Partner für die Nackenfaltenmessung bei unserem ungeborenen Baby entschieden. Der Befund war auffällig. Die Nackenfalte war im oberen Drittel zu messen, gepaart mit meinem Alter und weiteren Parametern, ergab es eine Wahrscheinlichkeit eines Risikos für Trisomie 21 von 1:113. Auch bei der Trisomie 13 wurde ein Risiko erkennbar, da das Kerlchen in mir eine sehr hohe Herzfrequenz hatte. Mein Arzt erklärte mir den Befund genau und meinte, dass wir bereits in der 16.SSW – ich bin derzeit in der 15.SSW – bereits eine zusätzliche Feindiagnostik durchführen werden, um einige Dinge ausschließen zu können. Trisomie 13 gehe immer auch mit körperlichen Veränderungen einher und somit beim Ultraschall erkennbar. Bei der Trisomie 21 muss das nicht unbedingt gegeben sein, auch wenn ein verkürztes Nasenbein ein Indiz dafür sein kann. Heute hatte unser zweites Baby eine Herzfrequenz von 157 – Normalbereich.

All das nehme ich diesmal als sehr gelassen war, da wir immer noch nur von Wahrscheinlichkeiten reden und keinen gesetzten Merkmalen. Mein Partner sieht das schon ganz anders. Wir sind durch unseren kleinen Mann natürlich auch bereits geprägt. Gerade bin ich vermutlich deshalb so gelassen.

Durch meinen Sohn habe ich in den letzten Jahren an so viel mehr Kraft gewonnen. Ich weiß, was wir schaffen können und vorallem, was Kinder schaffen können. Ich bin der Meinung unsere Gesellschaft braucht diese Durchmischung von Individuen. Und Beeinträchtigungen, weil sie eben auffallend sind im Gegenzug zu „Gesunden“, sagen aber eben nichts weiter aus, als das es eben Beeinträchtigungen sind. Wir alle haben irgendwo unsere Schwierigkeiten mit Dingen umzugehen, körperlich, geistig etc. Die einen mehr, die anderen weniger. Natürlich gibt es massivere Beeinträchtigungen, die mehr Unterstützung bedürfen. Aber dann soll es die einfach eben auch geben. Rücksichtnahme im Umgang mit einander wünschen wir uns so oder so… Inklusion ist so ein wichtiger Bestandteil und wird tatsächlich noch viel zu wenig wahrhaftig praktiziert und gelebt.

Also… Ich bin entspannt… Für mich ist es kein Makel. Ich gehe weitere Untersuchungen an, um es einfach nur zu wissen und natürlich muss dann auch mein Partner seine Bedürfnisse äußern dürfen. Wir werden den Harmony Pränatal Test durchführen lassen mit Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Es gäbe laut meinem Gynäkologen seit letztem Jahr ein Beschluss dazu. Sollte dieser Auffälligkeiten zeigen, werde ich erneut eine Fruchtwasserpunktion aushalten. Diese erfolgte schon bei meinem Sohn. Das wird sich in den nächsten Wochen also zeigen.

Und bis dahin begleite ich weiter meinen kleinen Mann bei seinen Untersuchungen und Behandlungen, die jetzt schrittweise gehäuft stattfinden werden. Das ist unser Leben. Es ist herausfordernd, aber es ist gut so!

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