Unser ganz normaler Wahnsinn – OP Nr.7

Wir waren nun nach der letzten OP, wo fünf Zähne im Oberkiefer meines Sohnes gezogen werden mussten, in der Zahnklinik unseres gewählten Spaltzentrums. Es war ausgemacht, dass die Zahnsanierung dann begonnen wird, da die Zahnklinik bei der vorangegangenen OP wegen Terminverschiebung nicht dabei sein konnte. Einst hatte ich dafür gekämpft, dass alles mit dieser einen Narkose erledigt wird, um meinem Sohn Stress und Schmerzen zu ersparen. Nach und eigentlich bereits vor der OP hieß es, dass alles ambulant durchzuführen sei und mein Sohn lernen müsse, dass der Zahnarzt dazu gehöre. Ich hatte bereits ausführlich darüber berichtet und meine Empfindungen dazu dargelegt.

Nun in der Zahnklinik angekommen, wieder eine neue Ärztin vor uns, besprachen wir Möglichkeiten der Behandlung wie Lachgas und Co. Es stellte sich aber heraus, dass die einzige Ärztin, die unter Lachgas agieren kann, nicht da sei und mein Sohn aufgrund seiner LKGS dafür vermutlich gar nicht geeignet wäre. Das hätte den behandelnden Ärzt*innen bereits vorneweg klar sein müssen. Ich blieb ruhig, um meinen Sohn nicht zu verunsichern und weil ich mittlerweile diverse konfuse Aufschieberei gewohnt war. Ich erklärte, dass ich den weiten Weg erneut gefahren bin mit der Erwartung, dass nun endlich die Zahnsanierung durchgeführt wird. Wie wichtig es sei, dass die Karies nicht weiter wächst, um eventuell weitere Zähne zu gefährden. Die Ärztin vor Ort erklärte mir, dass ein weiterer Zahn im Oberkiefer sehr kritisch sei und dieser nur unter Narkose gut zu behandeln wäre. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.

Sie offenbarte mir, dass sie eigentlich in der Niederlassung sei, derzeit der Zahnklinik bei Schwangerschaftsvertretung aushelfe. Ich könne mit meinem Sohn in ihre Praxis kommen, diese wäre auch näher an unserem Wohnort gelegen. Und sie könne meinen Sohn dort im September operieren, die Zahnsanierung unter Narkose durchführen. Es würde sich um einen ambulanten Eingriff handeln. Ich wäre solange bei meinem Sohn, bis er schläft und könnte ihn nach einer kurzen Überwachung danach wieder mit nach Hause nehmen. Ich stimmte zu und appellierte daran, wie wichtig es sei, diese Odyssee endlich zu beenden. Auch die Ärztin sprach sich für eine schnelle Weiterbehandlung aus, um das Entfernen weiterer Zähne zu verhindern. In der Zahnklinik wäre erst wieder im nächsten Jahr eine Behandlung möglich. Innerlich verabschiedete ich mich gänzlich von dieser.

Die Ärztin meldete uns in ihrer Praxis an und somit haben wir im September OP Nummer 7. Unser ganznormaler Wahnsinn…

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